Krankenhäuser

Es ist nicht angenehm, im Krankenhaus liegen zu müssen. Blinden und Sehbehinderten werden dort oft zusätzliche Hürden aufgestellt. Ein Arzt, eine Schwester der nicht sagt wer er ist, fehlende Kontrolle über Wartezeiten, Texte, die man unterschreiben soll, obwohl man deren Inhalt nicht lesen kann, Ärztinnen oder Pfleger, die sich nicht vorstellen können, das auch ein Blinder selbst unterschreiben kann, das Legen einer Kanüle ohne vorher informiert zu sein, die eingeschränkte Kontrollmöglichkeit, ob man das richtige Medikament bekommt, das schweigende Hinstellen von Essen oder Medikamente, ohne dass man etwas davon mitbekommt, der Familienangehörige, der die Zustimmung zu einer OP geben soll, weil die Schwester unsicher ist, ob man geschäftsfähig ist, neugierige und distanzlose Fragen von Ärzten und Schwestern zur Blindheit ... Das alles in einer Situation, in der man häufig zu schwach ist, sich zu wehren.

Dazu kommen die baulichen Barrieren. Selbst, wenn man das Krankenzimmer verlassen darf, traut man sich nicht, weil nicht klar ist, ob man das Zimmer wieder finden wird.

Es ist schwer die Situation generell zu verbessern, aber es wäre bitter nötig.

Es ist nicht in allen Entbindungsstationen selbstverständlich, dass blinde Mütter ebenso wie sehende Mütter nach der Geburt für ihre Kinder selbst sorgen können. Wir empfinden das als extrem diskriminierend. Es spricht nichts gegen das Informieren über Unterstützungsangebote und gegen die Anwendung von Vorsichtsmaßnahmen, die bei anderen Müttern aus gesundheitlichen und sozialen Gründen ergriffen werden. Aber Blindheit ist kein akzeptables Kriterium, um die Rechte der Mütter und ihrer Kinder einzuschränken.

Eine besondere Problematik ist es, wenn mehrfachbehinderte Patienten in Krankenhäusern sind. Für dieses Problem gibt es ein Dokument, das jedoch selbst nicht barrierefrei ist.

Die Kreisorganisation Nordhausen des Thüringer Blinden- und Sehbehindertenverbandes. hat Tipps für den Umgang mit Patienten formuliert.