CVAG und Chemnitzer Modell

Die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe ist traditionell sehr stark im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aktiv. Das liegt einerseits daran, dass Blinde und Sehbehinderte auf den ÖPNV angewiesen sind und andererseits daran, dass der ÖPNV viele Barrieren aufstellt.

In Chemnitz hat sich die Situation durch die Einführung der "sprechenden Haltestellen" und durch die Markierung vieler Haltestellen mit Blindenleitsystemen deutlich verbessert. Da die akustischen Informationen aber aus technischen Gründen meist nicht an der Einstiegsstelle der Fahrzeuge angebracht werden konnten, bleibt die Forderung bestehen, dass eine Außenansage der Linie wie in dem in Leipzig im Aufbau befindlichen Blindeninformationssystem erreicht werden muss. Bei den neu eingeführten Ansagesystemen gibt es außerdem noch fehlerhafte Ansagen an Haltestellen mit hoher Frequenz von Fahrzeugen. Wir hoffen, dass diese "Kinderkrankheiten" noch behoben werden können.

Systeme, die ein gesondertes Gerät oder ein Smartphone voraussetzen, können nur eine Ergänzung sein, da sie für die Besitzer entsprechender Geräte zwar Barrieren reduzieren, aber wegen der Notwendigkeit zusätzlicher Geräte selbst nicht den Normen der Barrierefreiheit entsprechen.

Zu einer barrierefreien CVAG gehört auch, dass Internet-Seiten, Informationen und Pläne zugänglich sind. Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Broschüre "Klartext" (PDF).

Eine Übersicht über die gesetzlichen Regelungen in Sachsen, die sich auf den straßengebundenen ÖPNV beziehen, finden Sie auf einer Seite des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit. Zum Schienenpersonenverkehr finden sich ebenfalls Informationen auf der Seite des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit.